Krusleling Puppe LunaSeit kurzem habe ich eine technikbegeisterte Kollegin:
Die Puppe "Luna" von den Kruselings!

[Bei diesem Beitrag handelt es sich nach aktueller Rechtsprechung um Werbung.
Ich habe für diesen Erfahrungsbericht keine Gegenleistung - Geld oder Gutscheine - erhalten.]

Rosa Puppen für die Mädchen und Feuerwehrautos für die Jungs?

Das hört sich nach den 50er Jahren an!
Tatsächlich ist geschlechtsspezifisches Spielzeug schwer angesagt und wird massiv beworben. Der Fachbegriff dafür ist "Gender-Marketing". Mit geschlechtsspezifischem Produkten lässt sich einfach mehr Geld verdienen.

Egal, ob Spielzeug oder Kleidung: Die Angebote splitten sich auf in glitzerrosa Mädchenwelten, in denen sich Prinzessinnen und Einhörner tummeln.
Und blaue Jungswelten mit coolen Helden und Technik.

Muskelmänner und Feenkörper

Zu den typischen Rollenklischees, die in der Spielzeugwelt vermittelt werden, kommt noch dazu das völlig unrealistische überschlanke Körperideal von Barbie & Co.
Während männlichen Helden "ihren Mann stehen" und ihre Muskeln spielen lassen, sind Barbies und Feenpüppchen so mager und zart, dass jeder Windhauch sie umpusten würde.

Der Versuch, die Barbiepuppe etwas natürlicher zu gestalten, kam beim Publikum angeblich nicht an. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die - völlig normalgewichtige - Barbie in den Medien durchweg als "mollig" oder gar "dick" bezeichnet wurde? Ich war neugierig und habe die vermeintlich "mollige"  Barbie ausgemessen.  Im echten Leben würde sie Konfektionsgröße 38 tragen  -  sie ist also weit davon entfernt, mollig oder gar dick zu sein. Traurig, dass sie so wahrgenommen wurde. Über verzerrte Körperideale und Essstörungen insbesondere bei Mädchen muss man sich dann eigentlich nicht mehr wundern.

Die Kruselings

Kürzlich stieß ich nun durch Zufall auf die Puppenserie "Kruselings" von Käthe-Kruse. Diese besteht aus 6 Puppen, die von 6 verschiedenen Kontinenten stammen. Die Körperproportionen sollen der eines etwa 7jährigen Kindes entsprechen, was ich absolut positiv finde. Die Mädels besitzen ein magisches Outfit, mit dem sie im Land der Träume ein fieses Monster bekämpfen können. Im "normalen" Leben sind sie ganz normale Mädchen mit unterschiedlichen Hobbies wie Malen, Reiten, Sport, Ballet oder Fotografieren.

Die Ausstattung bedient leider die bekannten Klischees: Tüllröckchen für die Mädels, coole Outfits für Michael, den einzigen Jungen in der Bande.
Allerdings spielt Joy Basketball und trägt ebenfalls einen coolen Hoodie!

Und Luna hat eine Kamera! Yippie! Da technikbegeisterte Puppen doch eher selten sind, konnte ich nicht widerstehen und habe mir eine "Luna" gekauft. Sie turnt seitdem durch unsere Wohnung und sieht immer gut gelaunt aus.

Und natürlich ist sie ein begnadetes Model, das mir in allen Outfits gut gefällt.

Sie hat ein goldenes Tüllröckchen und einen pinkfarbenen Mantel, der ihr super steht.
Ich finde aber, dass sie in Jeans und Karohemd (von Käthe Kruse als "Skateroutfit" für Michael beworben) super cool aussieht.
(Und wer weiß: Vielleicht würde Michael auch gerne mal ein Ballettröckchen tragen?)

Mittlerweile hat Mia auch einen eigenen Instagram-Account und freut sich sehr über Follower!
www.instagram.com/mia.lin.my.little.world

Weitere Infos zum Thema sind unter den Bildern zu finden. Einfach weiter scrollen. :-)

 

Mehr zum Thema Geschlechtsstereotypen

Ob die Liebe für rosa Glitzer und Technik nun wirklich Veranlagung ist, sei dahin gestellt.

In Handarbeitsgruppen auf Facebook fällt mir immer wieder auf, dass Babykleidung ganz selbstverständlich für "Babyjungen" oder "Babymädchen" gearbeitet wird.  Neugeborene - die sicherlich noch keine eigene Meinung haben - bekommen je nach Geschlecht den rosa Stoff mit Prinzessinnen oder den dunklen Stoff mit Rittern oder Technikmotiven.

Falls doch einmal "geschlechtsneutrale" Farben oder Motive verwendet werden, so geschieht dies meist, weil das Geschlecht des Babys noch nicht bekannt ist.
Dies finde ich im Jahr 2021 doch etwas verwunderlich.

In einer Studie aus den 70er Jahren (Rubin, 1974) wurden Eltern gebeten, ihr Baby zu beschreibeen. Obgleich sich die Kinder bezüglich Größe und Gewicht nicht wesentlich unterschieden, bezeichneten die Eltern ihre Söhne als robust, kräftig oder lebhaft, ihre Töchter hingegen als klein, zierlich, sanft und zart.

Ob das heute anders wäre?

Dieses relativ aktuelle Experiment zeigt z.B. sehr schön, dass Erwachsene dazu neigen, Kindern geschlechtsspezifische Spielzeuge anzubieten und überrascht sind, wenn sie erfahren, dass das vermeintliche Mädchen eigentlich ein Junge ist.  (BBC englisch).

Spannend!

 

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