Katrin Raabe
Webdesign & Fotografie

Die Zeiten, in denen man Filme ins nächste Fotogeschäft oder zu Karstadt brachte und sie nach einer Stunde oder spätestens am nächsten Tag wieder abholen konnte, sind lange vorbei. Nur noch wenige Anbieter entwickeln vor Ort. Auch bei einer Entwicklung über ein Göttinger Fotogeschäft musste ich mehr als drei Wochen warten bis die Bilder endlich da waren. Eine echte Geduldsprobe. Da das Fotogeschäft mittlerweile geschlossen ist, sah ich mich nach Onlineanbietern um und schickte meine ersten beiden Filme zu ORWO, einem alteingesessenen Unternehmen in Bitterfeld.

ORWO

  • Bestellvorgang: Man bestellt online bis zu drei Versandtaschen, in die aber nur ein Film eingelegt werden darf.
  • Die Bezahlung erfolgt auf Rechnung.
  • Der Versand zu ORWO ist kostenlos.
  • Die Filmentwicklung kostet 5,95 €.
  • Film auf CD kostet 5,95 €
    Die Scanauflösung beträgt 72dpi
    Größe der Scans: beträgt 1536 * 1024 Pixel (Kleinbild) und 1428 Pixel (Rollfilm)
  • Es fallen zusätzliche Versandkosten in Höhe von 5,95€  pro Film an.
  • Fotoabzüge sind ab 10 Cent zu haben.
  • Die Lieferzeit beträgt laut Webseite 6 Werktage.
    Ich kam eher auf 11 Werktage. Dazu kommt beim ersten mal die Wartezeit auf die Versandtaschen.

 

Fazit zu ORWO

Der Versand ist sehr bequem.

Beim Bestellen entdeckte ich auf der Versandtasche den Hinweis, dass ein Auftrag ohne Bildbestellung 9,95€  kostet.
Bei einem Rollfilm mit 12 Bildern ist es also günstiger, zusätzliche Papierausdrucke für 10 Cent zusätzlich zu bestellen, auch wenn man sie gar nicht braucht.
Nachhaltig und logisch finde ich das nicht, aber ich vielleicht verstehe ich den Aufdruck auch falsch.
Online finde ich nichts dazu.

Ich habe auch nicht herausfinden können, ob und wie man Aufträge zusammenfassen kann. Eine Anfrage bei ORWO blieb unbeantwortet.
Knapp 6 Euro Versandkosten pro Film sind mir definitiv zu teuer, ganz besonders bei Rollfilmen mit 12 Bildern.

Die Scanqualität hat mich ebenfalls nicht überzeugt, da die Dateien für einen größeren Ausdruck kaum ausreichen.
Bei einem Gegenlichtfoto ging obendrein jede Zeichnung verloren. Ich habe das Negativ noch einmal selbst abfotografiert und war total überrascht, anstatt eines sehr schwarzen Bildes ohne Details ein gut belichtetes Foto zu sehen.

Die Lieferzeit fand ich recht lang. Ich habe den Brief am 25.09.24 abgeschickt und die Sendung am 14.10.24 erhalten. Ich komme abzüglich Feiertag also eher auf 11 Werktage. Dazu kommt ggf. noch die Lieferzeit der Versandtaschen, wobei der Sendung zwei Versandtaschen für neue Bestellungen beigelegt waren.

 

 

LOMOGRAPHY

Lomography ist ein Wiener Unternehmen, das sich der Lomografie verschrieben hat. Hier kann man Lomografie-Kameras und alle möglichen kreativen Filme kaufen und auch entwickeln lassen. Die Bestellung der Filmentwicklung läuft über den Onlineshop. Dort kann ich die Anzahl der zu entwickelnden Filme auswählen und mit einer Zahlmethode meiner Wahl bezahlen. Im Anschluss bekomme ich per E-Mail eine pdf-Datei mit Kennziffern geschickt. Die Kennziffern kann ich ausdrucken, zerschneiden und um die einzelnen Filme wickeln.

Der Status der einzelnen Filme lässt sich online verfolgen.

Auf Scans habe ich bei dieser Bestellung verzichtet.
Lomography bietet aber Pakete mit Filmentwicklung und Scans ab 14,-€ an.

 

Mein Fazit zu Lomography

Wenn man nur einen Film entwickeln und scannen lassen möchte, ist Lomography nicht preiswerter als ORWO.

Das günstigste Paket (Kleinbildfilm, C41 - Farbnegativ, keine Prints) liegt bei 15 Euro zzgl. Versandkosten nach Wien.
Rollfilm und eine Schwarzweißentwicklung liegt dann schon bei 20€ zzgl. Versandkosten.

Was mich bei Lomography bislang überzeugt:
Die reine Entwicklung von Farbfilmen ist wirklich sagenhaft günstig.
Durch die Möglichkeit, Aufträge zusammenzufassen, bleiben die Kosten für Versand und Bearbeitung sehr übersichtlich.

Lomography bestätigt den Eingang der Filmrollen. Der Status kann für jede Filmrolle mit Hilfe der Kennziffer online abgerufen werden.
Ich hatte das Paket am Montag zur Post gebracht und hatte bereits am Mittwoch die Bestätigung, dass die Filme eingetroffen und wenig später entwickelt waren.

Der Downer dabei:
Ich bekam nachträglich die Meldung, dass eine Schwarzweißentwicklung 3,- Euro extra (im ganzen also 8,-€) kostet. Ich konnte den fehlenden Betrag zwar "nachbuchen", allerdings ging die Filmentwicklung danach eine knappe Woche nicht voran, wahrscheinlich, weil meine Mail mit der Bestellnummer der Nachbuchung nicht gelesen wurde. Dass Lomography eine reine Schwarzweißentwicklung nicht offiziell anbietet finde ich sehr schade.

Ich denke nun doch darüber nach, Schwarzweissfilme selbst zu entwickeln und werde wieder berichten.